Anwendertage 2021

Vorstellung von TOP-Energy 3.0

Mehr als 80 Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie konnten erstmals einen Blick auf die neue TOP-Energy-Generation werfen, die noch in diesem Frühjahr erscheinen soll. Gelegenheit dazu boten die online durchgeführten Anwendertage. Die Software TOP-Energy, die nach einem umfassenden Relaunch bereits in dritter Generation erscheint, kam bei den Anwendern und Interessenten sehr gut an. In den Anwendervorträgen wurde deutlich, dass TOP-Energy 3.0 die passenden Antworten auf drängende Fragen aus der Praxis liefert. Deshalb freuen sich insbesondere die erfahrenen Anwender von TOP-Energy über die neuen Features, welche die Arbeit mit der Software in Zukunft noch einfacher und angenehmer machen.

Standardtool zur Energiesystemoptimierung

TOP-Energy ist eine Software zur Energiesystemoptimierung, die bereits seit vielen Jahren an der GFaI im Forschungsbereich Graphische Ingenieursysteme, kurz Graphing, entwickelt wird. Nachdem der langjährige Bereichsleiter Gregor Wrobel in die Geschäftsführung der GFaI gewechselt ist, wird der Forschungsbereich seit September 2020 von Dr. Stefan Kirschbaum geleitet. An der Entwicklung von TOP-Energy war Dr. Stefan Kirschbaum von Anfang an maßgeblich beteiligt. Die Entwicklungsgeschichte von TOP-Energy reicht in das Jahr 2003 zurück und beginnt mit einem Forschungsprojekt an der RWTH Aachen.

Heute ist TOP-Energy als Standardtool zur Energiesystemoptimierung am Markt etabliert. Es ist in der Lage, die komplexen Bedingungen des Energiemarktes abzubilden und in der Optimierung zu berücksichtigen.

Entwicklungsziel: Benutzerfreundlichkeit

Im Vordergrund der Programmentwicklung von TOP-Energy stand schon immer der Bedienkomfort. Die neue Generation von TOP-Energy geht in dieser Richtung einen großen Schritt weiter: Um den hohen Erwartungen der Nutzer gerecht zu werden, wurde die Benutzeroberfläche neu gestaltet. Die Bedienung erfolgt jetzt über Ribbons – Menübänder, welche die Funktionen und Befehle kontextbezogen anzeigen. TOP-Energy zeichnet sich durch seine einfach zu nutzende grafische Arbeitsfläche aus, auf der die Komponenten des Energiesystems als Symbole angeordnet und miteinander durch Netze zu einem Schema verknüpft werden. Auch hier gibt es Neuerungen: Die Symbole wurden neu designt, das manuelle Routing der Netze ist nun möglich, und die Steuerungen können auf eigene Schemata ausgelagert werden. So lassen sich äußerst komplexe Systeme übersichtlich darstellen.

Weitere Neuerungen

In den Komponentenvorlagenbibliotheken stehen ca. 200 Komponenten zur Modellierung von Energieversorgungssystemen zur Verfügung. Dazu zählen neben technischen Komponenten auch Tarifkomponenten für die wirtschaftliche Berechnung und Steuerungskomponenten zur detaillierten Abbildung individueller Betriebsweisen. Die Flexibilität, den dynamischen Komponenten optionale Betriebsbedingungen und Parameter hinzufügen zu können, verdankt TOP-Energy 3.0 seinem Aufbau aus Elementarkomponenten, den sogenannten Elementarys. Damit bleibt die Parametrierung übersichtlich und das Modell schlank. Eine neue Validierungsfunktion sorgt dafür, dass Fehler im Modell frühzeitig ausgeschlossen werden.

Zu den entscheidenden Verbesserungen gehört die deutlich höhere Rechengeschwindigkeit. Die in TOP-Energy integrierten Funktionen zur Analyse von Zeitreihen erlauben die Betriebsoptimierung sogar für gekoppelte Systeme in Echtzeit. Über das Stammdatenmodul mit seinen Schnittstellen zur OpenStreetMap und zum Deutschen Wetterdienst werden geografische Standortdaten und Wetterdaten bequem integriert. Eine in die Benutzeroberfläche von TOP-Energy integrierte Zeitreihenvorschau ermöglicht die schnelle zeitbezogene Analyse komplexer Daten, ohne dazu den mitgelieferten Zeitreiheneditor ETA zu starten. ETA steht für Engineering Time Series Analyzer, ein umfangreiches Softwaretool, das ebenfalls vom Forschungsbereich Graphing der GFaI entwickelt und vertrieben wird. Mit TOP-Energy 3.0 erscheint auch der ETA im neuen Design und mit neuen Funktionen.

aus: GFaI-Informationen 1/2021 (im Druck)